Legacy Magazine #85 (Alemania)

(21 Nov 2013)

Stumpf ist Trumpf. Vor dem Hörgenuss von „Paraíso Sin Fe“ empfiehlt sich erst mal eine Feinjustierung im Höhenbereich an der heimischen Anlage. Dabei müssten die aus der nördlichen Region Spaniens stammenden KARONTE gar nicht so wichtig auf Old School Brutalo-Death machen, auch wenn man sich dazu entschlossen hat, diesen Eindruck zunächst mal im Deicide-Stil zu erwecken. Danach kristallisiert sich recht schnell heraus, dass man gar nicht so straight vorzugehen gedenkt. Aber auch der Trugschluss, dass es sich bei der Truppe um eine verkappte Melodic Death Metal-Formation handelt, wird nach anfänglicher Irritation ad absurdum geführt. Die Einflüsse, die das Schaffen der bereits seit 1994 existierenden Truppe mit formte, lassen sich in einer Spannbreite von Death-, Thrash- und Doom Metal finden, die Spanier selbst benennen hier insbesondere Gorefest, Hypocrisy, Paradise Lost, Bolt Thrower und Entombed als prägende Größen. Das kann man weitestgehend so stehen lassen, auch wenn das, was KARONTE daraus gemacht haben, insgesamt keinem höheren Anspruch genügt, als diese Inspirationen in überwiegend zufriedenstellende eigene Songs umgemünzt zu haben. Und die wie gesagt recht dumpfe Produktion trägt nicht unbedingt dazu bei, dass sich in diesem groovigen Wulst die Feinarbeit und besonderes Charisma entfalten könnte. (HD)

8 Punkte