Metal1.info (Alemania)

(17 Dec 2013)

Spanien ist bekannt für seinen Fußball, seine wunderschönen Strände, Stierkämpfe und Flamenco. Aber Death Metal? Mit Graveyard macht kürzlich eine Band aus diesem Genre auf sich aufmerksam und KARONTE stoßen nun ins gleiche Horn. „Paraíso Sin Fe“ heißt das zweite Album der Iberer, das nun in Eigenregie erschienen ist.

KARONTE fackeln nicht lange, sondern machen direkt deutlich, wie der Hase läuft. Die Doulebass knallt, dass es eine Freude ist, Gitarren und Bass erzeugen einen dichten Klangteppich, über welchen Kini in tiefer Stimmlage seine Lyrics brüllt. Klingt nicht nur auf Papier gut, sondern auch auf CD.

Dabei geben sich KARONTE auf „Paraíso Sin Fe“ nicht damit zufrieden einfach nur straight ihren Death Metal runterzuprügeln, sondern flechten immer wieder Elemente aus dem Doom und Trash Metal mit ein, etwa auf dem Opener „Carne“, der mit einem herrlich groovenden doomigen Mittelteil begeistert.

Generell lässt sich zu „Paraíso Sin Fe“ sagen, dass KARONTE immer wieder lange Instrumentalparts einbauen, in denen einfach mächtig gegroovt wird und auch einige melodische Leads zu Gehör kommen. Dabei schaffen es die Spanier ihre recht simpel gestrickte Musik spannend zu halten, auch wenn kein Gesang zu hören ist. Wenn dieser allerdings eingesetzt wird, schwingen KARONTE die richtig dicke Death-Metal-Keule.

Dem Songwriting merkt man an, dass die Herren schon seit 1994 in KARONTE aktiv sind, denn die Verquickung von schnellen und langsam-groovenden Parts funktioniert einwandfrei. Gleiches gilt für den Einsatz von melodischen Leads und instrumentellen Teilen – „Paraíso Sin Fe“ ist für ein Old-School-Death-Metal-Album, das ja nun mal stilistisch sehr festgelegt ist, recht abwechslungsreich geworden.

Unterm Strich haben KARONTE mit „Paraíso Sin Fe“ ein richtig gutes Death-Metal-Album vorgelegt, was Fans von Bolt Thrower, alten Paradise Lost oder Gorefest definitiv gefallen wird, auch wenn man die Klasse der großen Vorbilder nicht ganz erreicht. Als Anspieltipps bieten sich „Mercado Infecto“, „Falaris“ und „La Piedad De Los Débiles“ an – einfach mal reinhören.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am 16. Dezember 2013 von Christoph Emmrich

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